Kiwi, Fotos vom 8. September 2005, die Kiwi trägt gerade Früchte:
Kiwi (Frucht), Foto 1
Kiwi (Frucht), Foto 2
Kiwi (Blatt), Foto
Kiwis sind in Deutschland noch gar nicht so lange bekannt, erst um 1990 gelangten sie auf breiter Front in die Geschäfte. In einem Gartenfachbuch habe ich gelesen, dass Kiwis in unserem deutschen Klima nur unter sehr günstigen Umständen Früchte ansetzen und diese dann meist klein bleiben. Was für ein Unsinn. Unsere Bio-Kiwis sind genauso groß wie Kiwis aus dem Supermarkt.
Bei den exotisch anmutenden Kiwis könnte man vermuten, dass diese aus warmen Gegenden stammen. Ein Irrtum. Die Kiwis aus dem Supermarkt stammen heute meist aus Neuseeland oder Italien, aber die eigentliche Heimat der Kiwi sind durchaus kühle Gebiete Asiens, z.B. Teile von China. Die Kiwipflanze benötigt sogar im Gegenteil in ihrer Ruhephase sehr kühle Temperaturen, um in der nächsten Saison überhaupt Blüten und in der Folge Früchte anzusetzen, man spricht von mindestens 400 Stunden unter 7 Grad. Bei uns wurden selbst strenge Fröste von -20 Grad ohne Winterschutz ohne die geringsten Folgen überstanden. Nach dem Früjahrsaustrieb können Spätfröste geringfügige Schäden an den Blättern verursachen, diese gleicht die Pflanze jedoch sofort wieder durch weitere Triebe aus.
Sehr von Vorteil ist auch, dass die Kiwi relativ spät blüht, manchmal im Mai, meist aber erst im Juni und dann gibt es in aller Regel keine Nachfröste mehr. Kiwis benötigen einige Zeit, bis sie das erste Mal blühen. Bei uns haben die einhäusigen Sorten und die männlichen Pflanzen 3 Jahre nach der Pflanzung das erste Mal geblüht, die einhäusige Sorte trug dann nach 3 Jahren auch das erste Mal Früchte. Die zweihäusigen Sorten haben sogar nach 4 Jahren erst das erste Mal geblüht, aber dann sofort große Früchte angesetzt.
Bei Kiwis unterscheidet man einhäusige und zweihäusige Sorten. Einhäusige Kiwi-Sorten haben kleinere Früchte, man benötigt nur eine Pflanze. Bei zweihäusigen Kiwi-Sorten sind die Kiwis meist erheblich größer, man benötigt dann jedoch männliche und weibliche Kiwipflanzen (eine männliche Pflanze kann mehrere weibliche Pflanzen befruchten). Einhäusige Kiwi-Sorten sollen angeblich robuster sein als zweihäusige, dies kann ich jedoch aus eigener Erfahrung nicht bestätigen, da bei uns auch die zweihäusigen Arten problemlos selbst durch die strengsten Winter kamen, auch in den ersten Jahren nach der Pflanzung.
Die Kiwi ist eine Kletterpflanze, deshalb benötigt sie eine Rankhilfe, z.B. einen Zaun, eine Wand, ein Rankgerüst oder Ähnliches, je höher, desto besser. Jedoch setzt die Größe des Gartens oder der Wunsch nach Harmonie mit den Nachbarn den eigenen Expansionswünschen leider Grenzen, aber die Kiwi wächst z.B. auch an einem nur 1,80 Meter hohen Zaun hervorragend.
Die Kiwi blüht und fruchtet am einjährigen Holz, also am Holz des vorjährigen Austriebs, was beachtet werden muss, wenn man die Pflanze schneidet.
Update 2007: In diesem Jahr konnten wir 281 Kiwifrüchte mit einem Gesamtgewicht von 12,230 Kilogramm ernten.
Hier kann man sehr deutlich die kleinen Härchen der Kiwifrucht erkennen:
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