Paprika (capsicum) ist ein sehr schmackhaftes und wärmeliebendes Gartengemüse, das im Gewächshaus, im Freiland oder in Topfkultur angebaut werden kann. Paprika existiert heute in vielen verschiedenen Farben, Formen und Größen. Bedeutend für den Hausgarten sind vor allem die bekannten milden Gemüsepaprika und scharfer Paprika (Chili, Peperoni)
Der aus Mittel- und Südamerika stammende Paprika enthät u.a. sehr viel Vitamin C und viele Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe wie Capsaicin, welches in milden Gemüsepaprika kaum noch enthalten ist, jedoch in Chilis/Peperoni um so reichhaltiger, je schärfer der Paprika ist, da gerade dieser Stoff für die Schärfe zuständig ist. Solcherart scharfen Stoffen wird heute bereits eine antibiotische Wirkung und ein Einfluß gegen freie Radikale zugeschrieben. Deshalb sollte man sowohl süßen als auch scharfen Paprika regelmäßig verzehren. Man sollte allerdings darauf achten, dass der Paprika aus biologischem Anbau stammt, denn wie bei allen Obst- und Gemüsearten sollte man die gesundheitlichen Vorteile nicht durch Rückstände von Pflanzenschutzmitteln wieder ausgleichen. Und am Schutz durch sogenannte Grenzwerte oder Karenzzeiten darf man berechtigterweise zweifeln.
Zunächst zu den Chilis oder Peperoni, Pfefferoni usw. Es gibt viele verschiedene Namen für scharfen Paprika, botanisch gibt es jedoch keine bedeutsamen Unterschiede. Den ersten Chili-Samen kann man sich kaufen oder einer gekauften Bio-Chili-Schote entnehmen. Diesen dann in Töpfchen aussäen, die Erde feucht halten und in einem warmen Raum aufstellen. Nach einigen Tagen wird der Samen keimen. Für den Hausgebrauch genügt bei Chili eine Pflanze, die genügend kleine scharfe Paprikaschoten produzieren wird. Wenn die Pflanze groß genug ist, kann man sie in einen größeren Topf umpflanzen. Auf den Balkon, die Terrasse oder ins Freiland kommt die Pflanze nicht vor den Eisheiligen (Mitte Mai), da Paprika generell keinen Frost verträgt. In Amerika ist Paprika mehrjährig, in Mitteleuropa wird er wegen seiner mangelnden Frosthärte einjährig kultiviert.
Da eine Pflanze genügt, pflanzen wir die Chili bei uns immer in einen großen Topf, dem wir zuvor Kompost beigemischt haben. Diesen stellen wir dann auf dem Balkon, auf der Terrasse oder auf dem Randstreifen am Hausrand auf und gießen bei Trockenheit mit Regenwasser. Im Spätsommer bilden sich aus weißen Blüten dann Chilischoten aus, die auch in unserem Klima schnell rot werden. Wenn man zu Frostbeginn noch viele grüne Schoten hat, kann man diese grün abernten, im Haus reifen diese dann in wenigen Tagen zu roten scharfen Paprikaschoten nach. Aus einer Schote heben wir die Samen für das nächste Jahr auf. Die restlichen Schoten kann man dann entweder frisch in entsprechenden Gerichten verarbeiten (vorsichtig dosieren, da mitunter sehr scharf) oder man läßt die scharfen Paprikaschoten trocknen. Wenn man sie trocknet, kann man sie später stückchenweise dem Essen zugeben. Wir zermahlen sie immer mit der Kaffeemühle zu scharfem Paprikapulver, auch Cheyennepfeffer oder Chilipulver genannt.
Der milde Gemüsepaprika wird genauso in Töpfchen ausgesät wie der scharfe Paprika, man benötigt aber mehr Pflanzen, wieviele, muss man selbst ausprobieren, das hängt auch vom verfügbaren Platz ab und ob man Paprika sehr gern mag und viele Paprikaschoten ernten möchte. Die Paprikapflanzen kommen dann nach den Eisheiligen entweder in das Freiland, ins Gewächshaus oder aber - wie bei uns - in geräumige Töpfe, die man auf Balkon, Terrasse oder im Randstreifen ums Haus plazieren kann. Wir wählen immer den Randstreifen ums Haus, da die Paprikapflanze dort von der Wärmeabstrahlung durch das Haus profitiert. Wenn man Paprika im Wintergarten hält, muss man die Blüten selbst von Hand mit einem Pinsel bestäuben, außerdem kann es Probleme mit Insekten wie Weißer Fliege geben, was man draußen vermeidet. Bei Topfkultur kann man allerdings die Erntedauer genauso wie bei Tomaten um etwa einen Monat verlängern, wenn man die Pflanzen vor dem Frostbeginn in den Wintergarten stellt, sofern vorhanden.
In warmen Jahren wie 2003 können Gemüse-Paprikaschoten auch im mitteleuropäischen Klima rot werden. Meist ist es jedoch günstiger, die Paprikaschoten grün zu ernten, sobald sie gross genug sind, da man auf diese Art und Weise mehr Paprikaschoten ernten kann, denn Paprika braucht viel Wärme, um rote Früchte auszureifen. Wichtig ist auch, regelmäßig weiße Blüten auszukneifen, da die Pflanze nicht unendlich viele Paprikaschoten gleichzeitig in akzeptabler Größe ausreifen kann (bei Chili ist das nicht erforderlich).
Gemüsepaprika schmeckt roh und in Salaten sehr gut. Er läßt sich aber auch in vielen schmackhaften Gemüsegerichten verarbeiten, als Bestandteil von Tomatenketchup, Letscho oder Paprikagulasch. Besonders delikat ist er als gefüllte Paprikaschoten, bei denen man die Schoten aushöhlt und mit gewürztem Hackfleisch füllt und in der Pfanne oder im Bräter schmort.
Gemüsepaprika im Topf, grüne Früchte, gezogen aus Samen aus gekaufter Biofrucht:

Geerntete grüne Paprika zur Weiterverarbeitung zu gefüllten Paprikaschoten:

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