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Biologische Pilze aus dem eigenen Hausgarten

 
 
 
Mit dem biologischen Anbau von Pilzen beschäftigen wir uns erst seit kurzem. Dieses Gebiet ist sehr interessant und auch gut für die Wintermonate geeignet, da man im Haus, in der Wohnung und im Keller in geeigneten Räumen Pilze züchten kann, wenn draußen weder Pilze noch andere Pflanzen wachsen. Denn Pilze brauchen im Gegensatz zu grünen Pflanzen keinerlei Licht für ihr Wachstum, Pilze wachsen bei Helligkeit genauso gut wie bei Dunkelheit. Viele Pilzarten kommen mit Temperaturen von 10-20 Grad zurecht, wie sie heutzutage in vielen Kellern vorherrschen.

Frische Pilze sind ein Genuss, sie sind auch nicht ganz billig, umso mehr, wenn Pilze biologisch angebaut werden. Der Pilzanbau kann sich sogar im Haupt- oder Nebenerwerb lohnen, zumal Pilze viele Vitamine und Mineralstoffe enthalten und den Pilzen vielfältige gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben werden. Sogenannte Heilpilze wie Shiitake und andere sind stark im Kommen, der Anbau von Heilpilzen ist anscheinend recht lukrativ, wie im Internet einzusehende Preislisten für Pilze und Heilpilze zeigen.

Aber auch als reines Hobby ist der Pilzanbau interessant, besonders im Winter, wenn man im Wald keine Pilze mehr sammeln kann. Viele schmackhafte Pilzgerichte lassen sich aus Pilzen zaubern. Meine Lieblingspilze sind Champignons, die man problemlos im Keller anbauen kann und Pfifferlinge, die leider nicht überall reichlich zu finden sind. Selbst Pfifferlinge lassen sich im Hausgarten anbauen, auch wenn das von vielen Fachbüchern bestritten wird - zwar nicht im Haus, aber im Garten.

Man muss sich dazu anschauen, wie Pfifferlinge in der Natur wachsen, welche Pflanzen in der Nähe sind, auf welchem Boden sie wachsen usw. Dann kann man diese Gegebenheiten im Hausgarten nachahmen, vorausgesetzt, es steht genügend Platz für den Pfifferlingsanbau zur Verfügung, insbesondere, da die entsprechende Pflanzengemeinschaft gepflanzt werden muss, damit die Pilze geeignete Bedingungen für die Symbiose mit anderen Pflanzen bekommen. Sepp Holzer beschreibt den Anbau von Waldpilzen im Detail in seinen Vorträgen, Seminaren und Führungen.

Für den Pilzanfänger ist eine der mittlerweile überall erhätlichen Pilz-Fertigkulturen sehr zu empfehlen. Champignons beispielsweise sind aus solchen fertigen Pilzbruten sehr leicht zu kultivieren, jedenfalls, bis die Kultur nach 2-3 Erntewellen erschöpft ist. Bis dahin kann man jedoch je nach Größe der Pilzfertigkultur mehrere Kilo Champignons ernten.

Das eigentlich Reizvolle an der Pilzkultur ist für mich jedoch, zu erreichen, dass man fortlaufend Pilze ernten kann und das Pilzmycel, aus dem die Pilze wachsen, so am Leben erhält, dass zumindest zur Selbstversorgung das ganze Jahr über Pilze zur Verfügung stehen, ohne dass neue Pilzbrut oder Pilzfertigkulturen gekauft werden müssen. Das scheint einfacher zu sein, als mitunter behauptet wird, wie mir zwei Beobachtungen gezeigt haben. In beiden Fällen wurde die (nur scheinbar) verbrauchte Champignonkultur weggeworfen. Im ersten Fall wurde die alte Pilzkultur, aus der keine Pilze mehr wuchsen, unter dichtstehenden Nadelbäumen ausgestreut, im zweiten Fall auf einen Komposthaufen gegeben.

Nach einigen Wochen wuchsen sowohl unter den Nadelbäumen (dort seither jedes Jahr) als auch auf dem Komposthaufen zahlreiche wunderschöne Champignons, diese Pilze waren sogar um einiges größer als in der Fertigkultur, da sie dort genügend Substrat und Nährstoffe vorfanden. Es scheint mir deshalb plausibel, dass man auch in einer Pilzfertigkultur im Haus das Pilzmycel am Leben erhalten kann, indem man das Substrat jeweils nach der Ernte erneuert, zum Beispiel mit Gartenkompost und/oder verschiedenen Arten von Mist wie Taubenmist, Pferdemist, Hühnermist usw. Pilze vermehren sich durch Sporen, die sie in großer Zahl abgeben, wenn die Pilze alt werden. Man sollte deshalb ein oder zwei Pilze nicht ernten und stehen lassen, damit sie aussporen können. Ganz wichtig: In Hauskultur können Pilze von bestimmten Insekten befallen werden, da im Haus die natürlichen Feinde dieser Insekten fehlen (z.B. Champignonfliege oder Trauermücke). Beim ersten Anzeichen von Befall sollte man einfach Gelbtafeln einsetzen, an diesen bleiben die Insekten dann kleben und die Pilze werden nicht madig.

Dann sollte man das Pilzsubstrat erneuern und dem Pilzmycel Zeit zur Erholung und zum Wachstum geben. Wenn das Pilzsubstrat wieder völlig vom Pilzmycel durchzogen ist, kann man es wieder mit Deckerde abdecken. Nach einiger Zeit sollten dann wieder neue Pilze wachsen, wenn man alles richtig gemacht hat. Für die Deckerde wird in der Fachliteratur eine humusarme sandige Erde empfohlen, allerdings sollte man sich nicht zu sehr an Büchern orientieren als vielmehr an der eigenen Beobachtung und Erfahrung, wie die Beispiele Komposthaufen und Nadelbäume gezeigt haben. Bücher dienen für mich immer nur der groben Orientierung, denn es ist auch vieles einfach falsch, was in Büchern steht, man muss seine eigenen Erfahrungen machen.

Wir werden hier auch in Zukunft über unsere Erfahrungen mit dem biologischen Pilzanbau berichten.

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