Unter einem Wintergarten versteht man einen Hausanbau, der sich durch große Glasflächen auszeichnet (anstelle von Glas kann auch Kunststoff verwendet werden). Wintergärten unterteilt man heute vor allem in Kalthäuser und Warmhäuser, wobei der Wintergarten im klassischen Sinne immer ein Kalthaus war.
Wie schon der Name Kalthaus sagt, wird das Kalthaus nicht beheizt
(außer bei strengem Frost, damit die Temperatur im Kalthaus
gerade so über der Frostgrenze liegt). In Kalthäusern
läßt sich eine Vielzahl von Pflanzen überwintern oder
kultivieren, die im Freiland zwar Frost nicht vertragen, aber dennoch
im Winter kühle Temperaturen bevorzugen.
Kalthäuser sind auch energetisch sehr sinnvoll. Wenn man sie zum
Beispiel an das Wohnzimmer anschließt und nach Süden (am
wärmsten), Westen oder Osten ausrichtet, so kann man an sonnigen
Tagen damit Energiegewinne erzielen und seinen Heizenergiebedarf
senken. Die Tür zum Wohnzimmer sollte genausogut isolieren wie
eine Außentür oder ein Fenster. Wenn der Wintergarten durch
die Sonne soweit erwärmt ist, dass dort die Temperatur höher
ist als im Wohnbereich, kann man die Tür öffnen und die
Wärme ins Wohnzimmer lassen. Besonders in den
Übergangsjahreszeiten kann man so durchaus bedeutsame
Energiemengen sparen.
Kalthäuser sind außerdem hervorragend dazu geeignet, dort
Pflanzen zu halten, die normalerweise im Zimmer gehalten werden, wo die
Temperaturen aber eigentlich zu hoch sind, wie z.B. das Alpenveilchen
oder den Weihnachtskaktus. Diese Pflanzen blühen in geheizten
Räumen viel kürzer als in sehr kühlen Räumen. Statt
6 Wochen kann man sich im Wintergarten viele Monate an den Blüten
erfreuen. Auch die im Winter wesentlich höhere Luftfeuchtigkeit im
Wintergarten wirkt sich gegenüber der trockenen Heizungsluft im
Zimmer sehr günstig aus, so lassen sich z.B. Kamelien gut im
Wintergarten kultivieren, ohne dass die Knospen abfallen.
Im Gegensatz zum Kalthaus herrschen im Warmhaus im Winter immer
Temperaturen von mindestens 10 Grad, bis hin zu 20 - 30 Grad. In
Warmhäusern können tropische Pflanzen kultiviert werden,
allerdings wird hierfür natürlich eine erhebliche Menge an
Heizenergie benötigt, was sich negativ auf die Energiebilanz eines
Hauses auswirkt und somit zusätzliche Heizkosten in erheblicher
Höhe verursacht.
Auch im Kalthaus kann man eine ganze Reihe von exotischen Pflanzen
halten und überwintern, die im Freien absterben würden.
Hierzu zählen zum Beispiel alle Pflanzen aus dem Mittelmehrgebiet,
darunter Zitruspflanzen wie Mandarine, Orange, Zitrone, Grapefruit,
Limone, Limette oder Kumquat, außerdem zum Beispiel Feigenbaum,
Lorbeer, Rosmarin, Strelitzie, Bougainvilla, Oleander, Olivenbaum,
Guave, Passionsblume, Dipladenie und viele andere.
Nicht zuletzt lassen sich im Kalthaus im Winter Obst und Gemüse
hervorragend lagern, da die Temperatur dort meist niedriger ist als im
Kühlschrank (außer an den wenigen sonnigen Wintertagen).
Biologischer Anbau im Wintergarten ist ein Kinderspiel und zudem kostensparend. Erde kann man vom Komposthaufen nehmen, da ist der Dünger gleich kostenlos dabei, das gilt auch für das Umtopfen, wenn die Pflanzen für den Topf zu groß geworden sind und die Wurzeln aus den Belüftungslöchern herauswachsen. Natürlich kann man auch mittlerweile gut erhältliche Bioerde erwerben, wenn noch nicht genug Kompost da ist. Gedüngt wird vorzugsweise mit Kompost, wenn eine Pflanze sauren Boden benötigt wie Azaleen oder Kamelien, kann man Rindenmulch dazu geben, Sägespäne, Holzschnitzel oder ähnliches.
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