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Zimmerpflanzen im eigenen Hausgarten in Biokultur. Biozimmerpflanzen.

 
 
 
Unter Zimmerpflanzen versteht man im allgemeinen alle Pflanzen, die zur Zimmerkultur geeignet sind und die im Winter höhere Temperaturen benötigen als im jeweiligen Klima in der freien Natur möglich sind. Die meisten Zimmerpflanzen würden den Winter im Freien nicht überstehen, weder im Kübel noch ausgepflanzt. Die Zimmerkultur bietet also die Möglichkeit, Pflanzen zu kultivieren, denen es sonst in unserem Klima zu kalt wäre. Dadurch können wir uns auch im Winter an verschiedenen Pflanzen erfreuen.

Bei der Auswahl geeigneter Zimmerpflanzen für Haus und Wohnung sollte man verschiedene Faktoren berücksichtigen, wenn man sich lange an seinen Pflanzen erfreuen möchte. Wie bei allen anderen Pflanzen wird man auch bei Zimmerpflanzen nicht immer erfolgreich sein, und die eine oder andere Pflanze wird eingehen, weil sie nicht die geeigneten Bedingungen vorfindet. Mit der Zeit lernt man aber aus Fehlern und wird manche Pflanzen gar nicht mehr anschaffen oder die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Kultur schaffen.

Zimmerpflanzen können genauso biologisch kultiviert werden, wie andere Pflanzen auch. Da der Vorrat an Nährstoffen in Gefäßen begrenzt ist, müssen Zimmerpflanzen gedüngt werden, sonst verlieren sie bald an Kraft. Es ist jedoch nicht unbedingt erforderlich, die Pflanzen regelmäßig mit Flüssigdünger zu düngen, wenngleich es mittlerweile auch schon biologische Flüssigdünger gibt. Einfacher und billiger ist es jedoch, die Pflanzen einmal im Jahr in normale Gartenerde umzutopfen und die neue Erde dabei mit normalem Gartenkompost zu mischen. Wer keinen hat, kann sich auch biologischen Vorratsdünger (Langzeitdünger) kaufen und die Pflanze einmal im Jahr damit versorgen. Dies ersetzt jedoch nicht das Umtopfen, da die Nährstoffe im Gefäß in der Regel nach etwa einem Jahr erschöpft sind. Wer keine Gartenerde hat, kann mittlerweile auch schon biologisch produzierte Erden erwerben, die zum Beispiel auf Kokosfasern basieren. Falls möglich, sollte man bereits beim Erwerb von Zimmerpflanzen darauf achten, daß diese möglichst aus biologischem Anbau stammen. Wenn man Zimmerpflanzen auch nicht ißt, so landen sie oder Teile von ihnen irgendwann auf dem Komposthaufen oder im Mülleimer.

Manche Pflanzen benötigen aufgrund ihrer Herkunft und ihres angestammten Standorts in der Natur eine bestimmte Erde, die z.B. saurer ist als normale Gartenerde, z.B. Azaleen. Diese kann man sich jedoch auch selbst herstellen, indem man der Erde größere Anteile von Sägespänen oder Rindenmulch zusetzt. Es gibt auch Zimmerpflanzen, wie z.B. einige fleischfressende Pflanzen (Carnivoren), die Leitungswasser nicht vertragen. Diese muß man dann mit Regenwasser gießen, das kalkfrei ist. Man kann auch destilliertes Wasser für diese Pflanzen nehmen, was man dann aber kaufen muß. Überhaupt ist gesammeltes Regenwasser sehr gut zum Gießen von allen Pflanzen geeignet, es tut den Pflanzen gut und kommt kostenfrei vom Himmel.

Einer der wichtigsten Faktoren bei der Kultur von Zimmerpflanzen ist die vorhandene Luftfeuchtigkeit, besonders im Winter in geheizten Räumen. Leider werden im Fachhandel und anderswo viele Zimmerpflanzen verkauft, die teilweise sehr schöne Blüten oder Blätter haben, aber leider für die meisten Räume im Winter völlig ungeeignet sind, da durch das Heizen die Luftfeuchtigkeit auf viel zu niedrige Werte sind. Viele verkaufte Zimmerpflanzen stammen aus feuchten Tropenregionen oder aus Dschungelgebieten und werden in unserem trockenen Zimmerklima im Winter höchstwahrscheinlich eingehen, man denke z.B. an Pflanzen wie Maranthen oder Orchideen. Andere Pflanzen benötigen nicht nur hohe Luftfeuchtigkeit, sondern außerdem noch einen kühlen Stand im Winter, wie z.B. Zitrusgewächse, Kamelien und viele Mittelmeerpflanzen. Diese Pflanzen müssen im Winter in kühle und helle Räume, sonst werden sie von Schädlingen befallen (Blattläuse, Schildläuse), werden die Blätter, Blüten und Früchte ab oder werden generell geschwächt, so daß sie dann schlecht aus dem Winter kommen.

Sehr wichtig ist auch das verfügbare Licht, da es in Mitteleuropa im Winter nunmal sehr lichtarm ist und Licht ein wichtiger Wachstumsfaktor für Pflanzen ist. Mit einem so genannten Luxmesser kann man die Helligkeit in verschiedenen Zimmern an verschiedenen Standorten messen. Der Lichtbedarf ist von Pflanze zu Pflanze unterschiedlich, aber in der Regel sollten es schon mindestens 800 - 1000 Lux sein, wenn dies in der Praxis auch nicht immer erreichbar ist. Wer nur ziemlich dunkle Räume hat, sollte auf Pflanzen mit geringerem Lichtbedarf zurückgreifen wie z.B. Drachenbaum (Dracaena-Arten). Ganz im Dunkeln wird allerdings wahrscheinlich jede Pflanze eingehen.

Wenn man Pflanzen auswählt, die trockene Luft gut vertragen, weil sie selbst aus trockenen Gebieten stammen, wird man mit der Kultur in geheizten Räumen auch im Winter kaum Probleme haben. Kakteen und Sukkulenten eignen sich sehr gut, ebenso Pflanzen wie Aloe vera, Geldbaum, Feigenkaktus (es gibt Arten mit sehr schönem Blüten und eßbare Früchten) und viele hartlaubige Pflanzenarten.

Es gibt sogar Zimmerpflanzen, die unsere kurzen Wintertage mögen und sogar nur unter diesen Umständen blühen, die sogenannten Kurztagspflanzen. Dazu gehört z.B. die Kalanchoe (Flammendes Käthchen), die überall angeboten wird.

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